Google-Bewertungen sammeln: so geht's richtig
Mehr echte Google-Bewertungen: Bewertungslink, QR-Code, Vorlagen und Antworten. Und was Google-Richtlinien und das UWG verbieten.
Kurz gesagt: Mehr Google-Bewertungen bekommen Sie, indem Sie alle Kunden zum richtigen Zeitpunkt persönlich fragen und es ihnen leicht machen: mit dem Bewertungslink aus Ihrem Google-Profil, als QR-Code an Kassa, Empfang oder auf der Rechnung. Verboten sind gekaufte oder gefälschte Bewertungen, Gegenleistungen und das gezielte Aussortieren unzufriedener Kunden.
Aktualisiert am 1. Oktober 2026 · Lesezeit ca. 8 Minuten · von Oliver Lendaric, AI Engineer & Specialist, ALPINVOX
Warum sind Google-Bewertungen so wichtig?
Bewertungen sind einer der Faktoren, mit denen Google die Bekanntheit eines Unternehmens beurteilt. Laut Google zählen Anzahl und Note (Google-Hilfe: Lokales Ranking). In der Expertenumfrage von Whitespark (Local Search Ranking Factors 2026) haben Bewertungssignale gegenüber früheren Jahren an Gewicht gewonnen (Whitespark). Dabei geht es nicht nur um die Gesamtzahl, sondern auch darum, dass regelmäßig neue Bewertungen dazukommen.
Mindestens so wichtig ist die Wirkung auf Menschen: Wer zwischen drei Unternehmen in Google Maps wählt, vergleicht Sterne, Anzahl und die letzten Kommentare und liest Ihre Antworten mit.
Was ist verboten?
Laut Google-Richtlinien
Google untersagt in seinen Richtlinien zu nutzergenerierten Inhalten unter anderem (Google: Verbotene und eingeschränkte Inhalte):
Gefälschte Interaktionen: Bewertungen, die nicht auf echter Erfahrung beruhen, gekaufte Bewertungen, Bewertungen gegen Geld, Gutscheine, Gratisleistungen oder andere Anreize.
Bewertungen von Mitarbeitenden oder vom Inhaber selbst über das eigene Unternehmen.
Selektives Einholen positiver Bewertungen („Review-Gating“): erst die Zufriedenheit abfragen und nur Zufriedene zu Google schicken.
Interessenkonflikte, etwa Bewertungen über Mitbewerber, um ihnen zu schaden.
Folgen können sein: Löschung von Bewertungen, Einschränkungen für das Profil, in schweren Fällen ein Warnhinweis im Profil.
Laut österreichischem UWG
Mit der UWG-Novelle 2022 (Umsetzung der EU-„Omnibus“-Richtlinie) wurden Bewertungen ausdrücklich in die „schwarze Liste“ im Anhang des UWG aufgenommen, also Geschäftspraktiken, die immer als unlauter gelten:
Z 23b: Behaupten, Bewertungen stammen von Verbrauchern, die das Produkt tatsächlich genutzt haben, ohne angemessene Maßnahmen zur Überprüfung.
Z 23c: Gefälschte Bewertungen übermitteln oder in Auftrag geben, oder Bewertungen falsch darstellen, um den Absatz zu fördern.
Mitbewerber und Verbände können dagegen auf Unterlassung klagen. Allgemeine Information, keine Rechtsberatung. Gesetzestext im RIS.
Was ist erlaubt?
Alle Kunden um eine ehrliche Bewertung bitten, persönlich, auf der Rechnung, mit Aufsteller oder QR-Code.
Den Bewertungslink teilen, den Google selbst dafür bereitstellt.
Erklären, warum Bewertungen helfen („Wir sind ein kleines Unternehmen, Bewertungen helfen anderen, uns zu finden.“).
Hilfestellung ohne Lenkung: Fragen wie „Was hat Ihnen geholfen?“ führen zu inhaltsreicheren Bewertungen, ohne eine bestimmte Meinung vorzugeben.
Auf alle Bewertungen antworten.
Schritt 1: Den Bewertungslink holen
Melden Sie sich mit dem Google-Konto an, das Ihr Profil verwaltet.
Suchen Sie in der Google-Suche nach Ihrem Unternehmensnamen. Die Verwaltungsansicht erscheint.
Klicken Sie auf „Bewertungen anfordern“ bzw. „Nach Rezensionen fragen“.
Kopieren Sie den Kurzlink (Form
g.page/r/…/review).
Tipp: Leiten Sie eine eigene, leicht merkbare Adresse auf diesen Link weiter, etwa eurewebsite.at/bewerten. Wenn sich der Google-Link einmal ändert, müssen Sie nur die Weiterleitung anpassen, nicht alle gedruckten QR-Codes.
Schritt 2: Den richtigen Moment wählen
Die Bitte wirkt am besten, wenn die Zufriedenheit am größten ist:
Branche | Guter Zeitpunkt |
|---|---|
Handwerk (Installateur, Elektriker) | Direkt nach Abschluss, wenn alles wieder läuft, oder am selben Abend per Nachricht |
Werkstatt, Autohaus | Bei der Fahrzeugübergabe, mit der Rechnung |
Beauty, Fußpflege, Massage | An der Kassa, nach der Behandlung |
Ordination, Therapie | Aufsteller am Empfang (keine aktive Ansprache nötig, siehe unten) |
Gastronomie | Mit der Rechnung am Tisch |
Dienstleister, Kanzlei, Beratung | Nach einem erfolgreich abgeschlossenen Auftrag |
Schritt 3: Es so einfach wie möglich machen
QR-Code drucken: A6-Aufsteller für Theke oder Empfang, Aufkleber für die Monteursmappe, Zeile auf der Rechnung. QR-Codes ohne Tracking-Umleitung über Drittanbieter erzeugen, direkt auf Ihren Link.
Persönlich fragen: Ein Satz reicht: „Wenn Sie zufrieden waren, würde uns eine Google-Bewertung sehr helfen. Hier ist der Code.“
Nachricht schicken, mit Bedacht: Eine kurze Nachricht nach dem Auftrag ist wirksam. Rechtlich ist das in Österreich nicht ganz eindeutig: Eine Bewertungsbitte per E-Mail oder SMS kann als Werbung eingestuft werden, für die § 174 TKG 2021 grundsätzlich eine Einwilligung verlangt. Auf der sicheren Seite sind Sie, wenn Kunden der Kontaktaufnahme zugestimmt haben oder die Bitte persönlich bzw. auf der Rechnung erfolgt. Im Zweifel beim WKO-Rechtsservice nachfragen.
Einmal erinnern, nicht öfter.
Schritt 4: Vorlagen für die Bitte
Persönlich / mündlich
„Danke, dass Sie bei uns waren. Wir sind ein kleines Unternehmen und freuen uns über eine ehrliche Google-Bewertung. Der QR-Code ist hier auf der Karte.“
Zeile auf der Rechnung
„Waren Sie zufrieden oder nicht? Ihre ehrliche Bewertung hilft uns und anderen: [Kurzlink] oder QR-Code.“
Nachricht (nur mit Einwilligung zur Kontaktaufnahme)
„Guten Tag [Anrede, Name], danke für Ihren Auftrag. Wenn Sie zwei Minuten haben: Eine ehrliche Bewertung auf Google hilft uns sehr. [Kurzlink] – Freundliche Grüße, [Vorname Nachname], [Unternehmen]“
Achten Sie darauf, dass die Formulierung nicht nur positive Bewertungen erbittet („Wenn Sie zufrieden waren, …“ ist als Einstieg üblich, die Bitte muss sich aber an alle richten, und es darf keine Vorauswahl geben).
Schritt 5: Auf Bewertungen antworten
Antworten Sie auf jede Bewertung, idealerweise innerhalb weniger Tage. Persönlich, kurz, ohne Textbaustein-Gefühl.
Positive Bewertung
„Danke, [Name]! Freut uns, dass alles reibungslos geklappt hat. Wenn wieder etwas ist, wissen Sie, wo Sie uns finden. – [Vorname]“
Neutrale Bewertung
„Danke für Ihr ehrliches Feedback. Dass Sie länger auf den Termin warten mussten, tut uns leid. Wir arbeiten daran, Termine schneller zu vergeben.“
Negative Bewertung
„Es tut uns leid, dass Sie unzufrieden waren. So soll es nicht sein. Bitte rufen Sie uns direkt an, damit wir eine Lösung finden. – [Vorname]“
Regeln für negative Bewertungen: nicht rechtfertigen, nicht angreifen, nichts Vertrauliches nennen, Lösung anbieten, das Gespräch aus der Öffentlichkeit holen.
Variante für Ordinationen und Gesundheitsberufe
Ärzte unterliegen der Verschwiegenheitspflicht (§ 54 Ärztegesetz). Eine Antwort darf nicht bestätigen, dass die bewertende Person Patient ist:
„Danke für Ihre Rückmeldung. Aus Gründen der ärztlichen Verschwiegenheit können wir zu einzelnen Behandlungen nicht Stellung nehmen. Für Anliegen erreichen Sie uns gerne telefonisch in der Ordination.“
Ordinationen sollten statt aktiver Ansprache eher einen Aufsteller mit QR-Code am Empfang nutzen. E-Mails an Patienten berühren Gesundheitsdaten (Art. 9 DSGVO). Mehr zu Healthcare: Branchen.
Was tun bei gefälschten oder unfairen Bewertungen?
Prüfen, ob die Bewertung gegen die Google-Richtlinien verstößt (z. B. kein Kundenkontakt, beleidigend, Spam, Interessenkonflikt).
Melden über das Profil („Bewertung melden“) bzw. über das Google-Tool zur Verwaltung von Rezensionen.
Sachlich antworten, solange die Bewertung sichtbar ist. Künftige Kunden lesen mit.
Rechtlich prüfen lassen, wenn unwahre Tatsachenbehauptungen Ihren Ruf schädigen (z. B. Kreditschädigung, § 1330 ABGB). Dafür ist ein Rechtsanwalt zuständig.
Eine einzelne negative Bewertung unter vielen echten, positiven fällt weniger ins Gewicht als eine sichtbar unprofessionelle Antwort.
Wie viele Bewertungen brauche ich?
Es gibt keine feste Zahl. Ein guter Maßstab sind die drei Unternehmen, die bei Ihrer wichtigsten Suche im Kartenbereich stehen: Liegen Sie bei Anzahl und Regelmäßigkeit deutlich darunter, ist das ein Hebel. Wichtiger als ein einmaliger Sprung ist ein stetiger Fluss, etwa ein fester Ablauf, bei dem jede abgeschlossene Leistung zu einer Bitte führt.
Checkliste: Bewertungen sammeln
# | Punkt | Erledigt |
|---|---|---|
1 | Bewertungslink aus dem Profil kopiert | ☐ |
2 | Eigene Kurzadresse mit Weiterleitung eingerichtet | ☐ |
3 | QR-Code auf Aufsteller, Rechnung oder Monteursmappe | ☐ |
4 | Fester Zeitpunkt für die Bitte im Ablauf | ☐ |
5 | Alle Kunden werden gleich gefragt | ☐ |
6 | Keine Gutscheine, Geschenke oder Gewinnspiele für Bewertungen | ☐ |
7 | Keine Bewertungen von Mitarbeitenden, Familie, Partnerbetrieben | ☐ |
8 | Nachrichten nur mit Einwilligung zur Kontaktaufnahme | ☐ |
9 | Antwortvorlagen für positiv, neutral, negativ | ☐ |
10 | Jede Bewertung innerhalb weniger Tage beantwortet | ☐ |
Hilfe beim Bewertungsprozess
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Quellen
Google: Verbotene und eingeschränkte Inhalte (nutzergenerierte Inhalte, gefälschte Interaktionen)
Google Unternehmensprofil-Hilfe: Tipps zur Verbesserung des lokalen Rankings
Whitespark: Local Search Ranking Factors 2026
media-law.at: Umsetzung der Omnibus-Richtlinie in Österreich
Allgemeine Information, keine Rechtsberatung. Stand: Oktober 2026.
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